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06.06.2011, 10:35 Uhr
Straßennamen und Demokratie


Die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt greift in ihrem Leserbrief im "Wochenkurier" eine Frage auf, die von großer Bedeutung für das Selbstverständnis einer Demokratie ist. Die Frage nämlich, welche Persönlichkeiten durch Benennung von Straßen und Plätzen geehrt werden. Wie ernst nimmt sich unsere Demokratie, wenn es von der Ernst-Thälmann-Straße zur Wilhelm-Pieck-Straße geht? Ich kann nur jedem raten, sich über diese beiden Männer einmal genauer zu informieren. Gerade die Sozialdemokraten, die so viele Opfer durch Nazis und Kommunisten zu erleiden hatten, sollten doch ein Gespür für Geschichte haben. Stört Sie nicht, Frau Hackenschmidt, dass unter Wilhelm Pieck tausende Sozialdemokraten in der DDR verfolgt wurden? Der CDU eine "Treibjagd nach ostdeutscher Vergangeneheit" vorzuwerfen, ist dementsprechend absurd. Ostdeutsche Vergangenheit: ja! Feinde der Demokratie auf Straßennamen: nein! Mit der Frage der Umbenennung sollte sich eine unabhängige, wissenschaftliche Kommission beschäftigen. Die erforderlichen Umbenennungen und die Kosten für die Anwohner sollte unser demokratisches Gemeinwesen übernehmen.

Knut Abraham, Dubro, Mitglied des Kreisvorstands der CDU Elbe-Elster